Life stories

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About the blog

Life tells a lot of stories. Some of them that I have lived in Italy, Tanzania, Berlin, Frankfurt, New Zealand or the rest of the world I would like to share here. Some might be sad, some philosophical, most will be funny. Most will be in English, but some may also be in German (and on rare occasions in Italian). Feel free to comment on any given story in either of these languages. I would love to hear what you think and feel when you read those stories.
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Reisen und Opfer

Life is ... ja was eigentlich?Posted by Jules Thu, July 26, 2018 03:19:22
Ich sitze in Souq Waqif, freiwillig draußen bei 38Grad C. Hinter mir dudelt arabische Musik, ich blicke auf eine Moschee. Mal wieder bin ich unterwegs, von Deutschland nach Neuseeland. Die 8 Stunden Transit nutze ich, um einen Eindruck von Doha zu bekommen. Der Abschied fällt mir schwer. Nicht so sehr von Deutschland, mehr von meiner Familie und meinen Freunden. Ich weiß, unser aller Leben ist endlich, doch bei meinen Eltern wird mir das mit zunehmendem Alter eben bewusster. Und doch wollte ich nicht dort leben, wo sie sind.
Im Flugzeug hierher las ich einen Artikel über eine Frau, die aus einer mongolischen Nomadenfamilie kommt und jetzt für 18 Monate durch die Welt reist. Mann und Kinder ließ sie dafür zurück. Sie schrieb, dass man für jede Reise, auf die man sich begibt, Opfer erbringen muss.
Dann sah ich auch noch den neuen Film Tomb Raider, da geht es auch darum, dass der Vater seine Tochter für seine Reise zum Grab der japanischen Königin Himiko zurück lässt.
Nun, mein „Opfer“ ist es, dass ich Eltern, Schwestern und Freunde zurück lasse. Ich bin bereit, diesen Preis zu zahlen und doch auch dankbar für die Traurigkeit, die ich beim Abschied empfinde. Sie verbindet mich mit ihnen und ist Ausdruck meiner Liebe.

Welche Opfer erbringst Du, wenn Du auf Reisen gehst?



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Von Jetzt zu Jetzt

Life is ... ja was eigentlich?Posted by Jules Fri, December 08, 2017 05:49:52

Immer wieder erinnere ich mich, dass es darum geht, im Jetzt zu sein, wie herausfordernd das auch sein mag. So schnell gerate ich in diesen Strudel des Alltags, in die gewohnte Bahn meiner Komfortzone: In der es mir zu anstrengend erscheint, die Zeit und Energie aufzubringen um den Menschen, die mir nahe und wichtig sind, eine besondere Freude zu machen und sei es indem ich ihnen meine Zeit schenke. Dann lebe ich mein Jetzt als würde es ständig linear so weiter gehen, dabei weiß ich doch, dass dem nicht so ist: Dass es sich jederzeit verändern kann, ja, dass sich das Leben jeden Moment verändert.

Dabei bin ich mir dessen schon ziemlich bewusst und versuche, meine Handlungen und mein Sein entsprechend auszurichten. Manche Situationen beobachte ich auch wohl wissend, dass die Veränderung kommen wird - und wenn sie dann da ist staune ich doch darüber.

Das ist wie mit dem Tod glaube ich. Wir wissen ja alle dass wir irgendwann, früher oder später, sterben werden. Bei alten Menschen erlebe ich das und werde mir deutlich bewusst, dass sie den Weg einfach nur ein paar Jahre/Jahrzehnte vor mir gehen. Dennoch rückt der Tod meiner Elterngeneration schleichend näher und mit der Krankheit meiner Mutter frage ich mich seit einiger Zeit, wie das wohl werden soll.

Es gibt nichts zu tun, als im Jetzt zu sein (und Notwendiges zu planen). Immer öfter fällt mir dann ein, dass das Universum neutral ist. Dass nichts persönlich ist. Was nicht heißt, dass es unwichtig ist. Man könnte das als kalt und nüchtern empfinden, oder als warm und voller Liebe. Für mich drückt sich so die universale Liebe aus.

In der konkreten Situation mag es dann immernoch eine Herausforderung sein, an diesem inneren Frieden anzudocken. Ich wünsche mir, dass mir das gelingt - von Jetzt zu Jetzt.





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Alles

Life is ... ja was eigentlich?Posted by Jules Tue, March 21, 2017 00:06:22
Alles ist. Ich bin. Ich bin eine Frau. Eine Frau ist Alles. (JN 2015)

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Die Fabel vom Nichtstun

Life is ... ja was eigentlich?Posted by Jules Sat, September 24, 2016 23:20:19

Als Winnie-the-Pooh sich von Christopher Robin verabschieden muss, gesteht ihm dieser nachdem sie Nirgendwo hin gegangen sind, am liebsten tue er gar nichts. "Wie tut man gar nichts?" fragt ihn dann Pooh nach langem Grübeln. "Das ist, wenn man es gerade tun will, und die Leute wollen von einem wissen: 'Und was willst du jetzt tun, Christopher Robin?' Und dann sagt man: 'Och, gar nichts', und dann tut man's einfach."
Nach Christopher Robin bedeutet es, "dass man einfach so vor sich hin geht, sich alle Sachen anhörte die man nicht hören kann, und sich nicht weiter darum kümmert." Christopher Robin hatte aber auch verstanden, dass sie ihm da, wo er hin gehen würde, nicht mehr erlauben würden, nichts zu tun.

Das Nichtstun ist in unserer Gesellschaft nun einmal verpönt. Jeder tut irgendetwas. Jeder Moment sollte am Besten irgendwie zum Tun genutzt werden. Noch besser: nicht nur irgendwie, sondern in einer bestimmten Weise. Am Besten man tut ziemlich viel, ständig, und möglichst spektakulär sollte es auch sein.

Nun, was ist das Tun, und was das Nichtstun? Kann man eigentlich „nichts“ tun? Man tut doch immer etwas. Hören, sehen, fühlen, atmen... Am nähesten ans Nichtstun kommt vielleicht die Meditation heran. Wer sich aber schon einmal daran versucht hat wird gemerkt haben, wie schwierig das ist, und wie die Gedanken rasen – Nichtstun ist da wohl die falsche Bezeichnung. Nicht umsonst sagt man ja auch nicht, „ich habe nichts getan“, sondern man sagt „ich habe meditiert“. Und schon passt man wieder ganz gut ins Raster der Gesellschaft. Man gerät dann zwar schnell in die etwas belächelte Esoterik-Schublade, aber immer noch besser als einfach nichts zu tun.





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Was bleibt?

Life is ... ja was eigentlich?Posted by Jules Wed, November 04, 2015 21:48:56
Was bleibt aus der Altsteinzeit? Die Clan-Führer, falls es sie gab? Geschichten über einzelne starke oder charakteristische Personen? Namen? Nichts davon. Was gefunden wurde sind Knochen, Zähne, Steinwerkzeuge, konservierte Utensilien. Und Kunstwerke.

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Enlightened

Life is ... ja was eigentlich?Posted by Jules Fri, July 17, 2015 15:45:54
The light awoke me, as it often does early mornings in the summer. I took a glimpse out the window just to turn around again and bury my head in the pillows, to continue sleeping. But too late: I had already noticed the pink glow of the clouds. Could this be the moment of Sunrise? All my senses were getting curious.


There is a flight of stairs leading straight up to the roof terrace from the sleeping room. From up there, you can look all the way towards the sea, which appears as a small blue stripe in the far distance, beyond the olive-green sea of leaves created by the trees around the house.

This morning, the sun was indeed only about to rise at the horizon. It announced itself with bright pink and orange colours lighting the clouds that seemed to be placed in the sky exactly for such purpose. I looked around, down into the courtyard, and at the street - it was like waking up, like lifting the gaze after having looked at the ground or the mirror for a long time. I took note of my surroundings, and saw the cats sleeping or strolling around, not aware of being watched. I saw someone down there, taking a sleepless stroll - not aware of me observing him. It was like watching the world from a distance above, and understanding that every being is caught in its own world, or even universe, walking its path with its own thoughts and issues, dreams and realities. Just as myself, when I am usually struggling around with my gaze fixed on the ground or upon myself, totally absorbed.

A small red dot appeared on the horizon. It rose fast, then hid for a few minutes behind the clouds. When it returned, it shone brightly, lightening the world. I enjoyed the moment, gratefully. Then I turned around, returned downstairs and buried my head in the pillows. But there was no way I could go back to sleep.










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La Puglia per me

Life is ... ja was eigentlich?Posted by Jules Sun, February 15, 2015 15:23:54


La Puglia per me è il sole
la luce sul mare
il mare azurro.

La Puglia per me è il colore
il giallo, il rosso, il verde, il blu.

La Puglia per me è l'odore
dei fuochi, la lavanda, del mare salato.

La Puglia per me è il gusto
di mangiare, di vivere, artistico.

La Puglia per me è il cuore
che balla quando arrivo lí giu.

La Puglia per me
è l'amore.



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Universe

Life is ... ja was eigentlich?Posted by Jules Tue, November 19, 2013 15:39:09

Looking down at the clouds.

Watching the hills and valleys.

Looking down at the desert.

Watching the waves at sea.

Looking down at the ground of the sea.

I realize, it is all one.




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The slaves of our times

Life is ... ja was eigentlich?Posted by Jules Sat, November 09, 2013 23:03:08

Bagamoyo in Tanzania is where the slaves were gathered from the centre of the country and from where they were sent into the world - to the slave-markets of Zanzibar, an island off the coast of mainland Tanzania, first, and then on to other islands of the Indian Ocean. Bagamoyo is one of the country’s oldest cities on the East coast of Tanzania, roughly seventy kilometres north of Dar es Salaam. Here is where slaves would “lay down their heart” (“bwaga-moyo” = "lay down your heart”) and abandon hope of freedom. Those deported from Bagamoyo would never see their home country again. African rulers sold prisoners taken in battle, mainly Arabs traded the slaves, and Europeans were happy to use the slaves in their plantations. Whereas the sea-borne slave trade was illegal already in the mid-19th century and the slave market in Zanzibar was closed in 1873, the trade continued, particularly on the mainland, also during the times of German colony and until Britain took over the mainland following their defeat of the Germans in the First World War. After that, the situation of former slaves hardly changed, however – they were now employed as labourers in the plantations, but at very low wages. Slave trade remains illegal in Tanzania and is illegal throughout the world.

Nevertheless, a different form of slavery has taken form in our modern society. It has various faces, and certainly, there is a large population in this world that is employed at very low wages, working very hard and hardly earning a living for themselves and their family (see for instance the recent news on the United Arab Emirates). But I am speaking of another kind of slavery, one whose masters are neither the African rulers, nor the Arabs or Europeans, but money, performance and globalisation. Whether these "slaves" are to pity, is left for others to decide. It may well be doubted considering they are slaves at their own, rather free will, and thus may leave slavery at any time – in theory, that is. One should not neglect the effects of constant “brainwashing” on people, creating the values, appropriate goals and biggest fears of a society.



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Gedankenspiele

Life is ... ja was eigentlich?Posted by Jules Wed, October 02, 2013 10:54:54

Der Gedanke, einfach wieder in alte Muster zu verfallen, zu bereits betretenen Wegen zurückzukehren, ist oft sehr verlockend. Wie viele ihn schon gegangen sind!

Ich denke da nur an den Großkanzlei-Partner, den ich beim Tauchen kennenlernte und der mir mit einer ungeheuren Begeisterung vom Segeln erzählte. Das „Sabbatical“ (eine dreimonatige Auszeit), das er nach fünf Jahren Partnerschaft in der Kanzlei nehmen durfte, genoss er sehr und die Rückkehr in die Kanzlei fiel ihm äußerst schwer. Segeln sei seine Leidenschaft, doch leider verdiene man dabei nicht viel (oder nur in den seltensten Fällen). Deshalb habe er sich entschlossen, Jura zu studieren... und dabei zu bleiben.

Warum andere sich dafür entscheiden, Wirtschaftsprüfer in einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu werden (und es zu bleiben) erfuhr ich von einem anderen Tauchbekannten. Er hatte sich ersichtlich bereits mit Ausstiegszenarien beschäftigt, bemerkte aber mit glänzenden Augen, sein Job erlaube ihm wenigstens das hier: einen Urlaub in einem Luxushotel in (Süd-)Italien. Das ist dann wohl alles eine Frage der Prioritäten.

Lustig war die Entwicklung der Konversation, als mir der Wirtschaftsprüfer beim Plaudern berichtete, er kenne eine Juristin, die sich sechs Monate Auszeit nehmen wollte um zu tauchen, jedoch nicht wieder zurückkehrte, weil sie seither als Tauchlehrerin durch die Welt jettet. Ich meinte, das fände ich durchaus auch attraktiv, allein, mir sei das finanziell nicht nachhaltig genug, weil man nun einmal als Tauchlehrerin nicht sehr viel Geld verdiene und auch keine Pensionsansprüche erwerbe. Daraufhin bemerkte er ganz trocken mit typisch britischem Humor: „Dann musst Du einfach das Risiko erhöhen, so dass Du erst gar nicht ins Rentenalter kommst.“

Nun, irgendwie ist das ja auch keine Lösung. Einen interessanten Aspekt enthält diese ohnehin nur scherzhafte Bemerkung indes durchaus: den der nur begrenzten Planbarkeit der eigenen Lebensdauer. Und da wären wir wieder beim Tod und seiner Bedeutung für das tägliche Leben bzw. für Lebensentscheidungen. Geht es bei den wesentlichen Entscheidungen im Leben am Ende um reine Risikoabwägung?



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